Stand: 20.03.2020

Zählen Patienten mit Multiple Sklerose (MS), Rheuma bzw. Rheumatoider Arthritis, Schwangere, Krebspatienten, Menschen mit Zytostatikatherapie, Asthma und COPD zu den Risikogruppen in der Corona Zeit? Wie können sie sich effektiv schützen und welche Verhaltensweisen sind angebracht? In diesem Artikel wollen wir Ihnen diese vorstellen.

Sind Schwangere durch Corona besonders gefährdet?


Viele Schwangere stellen sich momentan die Frage inwiefern der Corona Virus negative Effekte auf ihre Schwangerschaft und ihr ungeborenes Kind haben könnte. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass Schwangere durch den Corona Virus verstärkt gefährdet wären. Bei Vorerkrankungen (Herz- oder Lungenerkrankung) können grundsätzlich eher Komplikationen eintreten. Bei der Mehrheit der Schwangeren wird ein leichter bis mittelschweren Verlauf erwartet.

Eine weitere gute Nachricht ist, dass es bis jetzt noch keine Hinweise darauf gibt, dass der Virus auf das ungeborene Kind übertragen wird. Es gibt auch keine Hinweise auf vermehrte Fehlgeburten.

Im Falle einer Infektion, sollte umgehend der Frauenarzt informiert werden und 14 Tage der Kontakt zu anderen Personen vermieden werden. Die meisten vorgeburtlichen Termine können ohne Bedenken verschoben werden, dies sollten sie mit ihrem Arzt absprechen und die Risiken abwägen.

Noch ein abschließender Hinweis: Es gibt derzeit keine Hinweise das die Infektion über das Stillen übertragen wird. Die Vorteile des Stillens überwiegen das potenzielle Risiko.

Sind Krebspatienten durch Corona gefährdet?

Eine weitere Risikogruppe sind Krebspatienten. Diese haben grundsätzlich ein geschwächtes Immunsystem bedingt durch die Erkrankung und die Krebstherapie.

Für Menschen mit Krebs in Krebstherapie ist es besonders relevant, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten und Kontakt zu Infizierten zu vermeiden. Falls möglich, sollte das Haus nur für wichtige Erledigungen verlassen werden. Wenn die Möglichkeit besteht, wäre es sinnvoll Familie und Freunde, um Unterstützung zu beten.

Die Frage ob Krebsbehandlungen weiter durchgeführt werden, sollten individuell abgesprochen werden. In manchen Fällen ist es notwendig, um Heilungschancen nicht zu gefährden, in anderen Momenten ist es nicht notwendig schnell zu handeln. Solche Fragen sollten Sie mit ihrem behandelnden Arzt besprechen und individuell eine Entscheidung treffen.

Sind Asthma Patienten durch Corona gefährdet?

Bei der Patientengruppe der Asthma-Erkrankten kursieren momentan Stimmen die sagen man solle die ICS Therapie während der Corona Zeit abbreche. Grundsätzlich gilt, dass Patienten Medikamente und Behandlung nicht absetzen sollten ohne Absprache mit dem behandelnden Arzt. Zusätzlich sei das Risiko sich mit Covid-19 anzustecken weniger bedrohlich als eine gut eingestellte Behandlung zu unterbrechen. Daher gilt die Empfehlung die angefangen ICS Therapie weiter durchzuführen.

Bei COPD sollte geprüft werden, ob es notwendig ist ein ICS zu verwenden. Doch auch hier gilt, Patienten sollten nicht selber die Medikation verändern, sondern immer nur in Absprache.


Welche Maßnahmen gelten für Multiple Sklerose (MS)-Patienten? Wie sollte sich diese Patientengruppe am besten verhalten?

MS-Patienten, die mit Glatirameracetat (Copaxone) oder Interferon beta (Betaferon, Avonex, Rebifi) behandelt werden, haben kein erhöhtes Risiko an Corona zu erkranken im Vergleich zu Nichtrisikogruppen. Die MS Patienten, die jedoch stärkere Behinderungen aufweisen, leiden unter dem Risiko, das die Funktionen der Lungen eingeschränkt sein können. Dies bedeutet nicht, dass sie ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, nur im Falle einer Infektion sei der Verlauf höchstwahrscheinlich schwerer.

Das Infektionsrisiko kann jedoch durch eine Cortison-Pulstherapie erhöht werden. Regelmäßige, in Intervallen verabreichte Cortison-Therapien sollten nach der Einschätzung von Gold und Haas erstmal pausiert werden. Bei leichten Schüben sollte man die Risiken abwägen und mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Ein erhöhter Schutz gegen Covid-19 sollte geboten sein, wenn eine Schubtherapie nicht zu umgehen ist.

Dismethylfumarat (Tecfidera) bei normaler Lymphozytenzahl erhöht laut Gold und Haas das Infektionsrisiko nicht. Dasselbe gilt für Teriflunomid (Arava, Aubagio). Die Behandlung mit humanisiertem monoklonalem Antikörper und Integrin-Rezeptor-Antagonisten Natalizumab (bri) können nach bisheriger Einschränkung weitergeführt werden.
Da die Gefahr der Krankheitsaktivierung bei Sphingosin-1-Phosphat Rezeptor-Modulatoren Fingolimod (Gilenya) und Siponimod (Mayzent) besteht, sollte die Therapie weitergeführt werden.

Multiple Sklerose (MS)-Arzneimittel und Corona Risiko:

Ocrelizumab, Rituximab, Cladribin, Alemtuzumab und Mitoxantron ? zu diskutieren
Cladribin ? individuell einschätzen, zweiter Therapie Zyklus von Cladribin erwägen ob man es hinausschieben kann oder intensive Schutzmaßnahmen
Alemtuzumab ? sorgfältig prüfen, Notwendigkeit prüfen

Rheumatoide Arthritis und Corona

Patienten mit aktivem Rheuma sind generell infektanfälliger. Daher besteht die Gefahr bei Rheuma Patienten einen schweren Verlauf des Covid-19 Virus zu erleiden. Daher sollte die Patientengruppe mit Rheumatoider Arthritis die Hygienemaßnahmen und Empfehlungen des Robert-Koch Instituts besonders ernst nehmen. Zusätzlich sollten sie Ihre Impfungen mit ihrem Rheumatologen überprüfen und vervollständigen.

Es ist dringend davon abzuraten Medikamente abzusetzen ohne ärztlichen Rat. Durch das Absetzen der Medikamente würden die Krankheitssymptome wieder auftreten und das Infektionsrisiko sich erhöhen.

Bei einer Infektion mit dem Covid-19 Virus ist es empfehlenswert den Rheumatologen (telefonisch) zu benachrichtigen.


Was können Sie als Risikogruppe tun?

Patienten mit Multiple Sklerose (MS), Rheumatoider Arthritis, Krebs, Zytostatika-Therapie und Menschen mit Asthma können zum Schutz unsere besonderen Dienstleistungen und Botendienste in Anspruch nehmen.

Ihre Ärzte habe aufgrund von Corona die Recht uns ihre Rezepte direkt zuzusenden. Wir beliefern diese zu ihnen nach Hause. Wollen sie ihre Rezepte über Copaxone, Tecfidera oder andere Medikamente einlösen, haben wir diese vorrätig.



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