Antibiotika Prophylaxe - Doxy-PrEP

Das Thema der Antibiotika-Prophylaxe oder auch Doxycyclin-Prophylaxe, Doxy-PrEP sowie Antibiotika Postexpostionsprophylaxe (Doxycyclin-PEP, Doxy-PEP), wird immer häufiger bei uns angesprochen. Um unseren Kollegen und Patienten einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Diskussion zu geben haben wir einen Artikel dazu verfasst. Den Artikel, der in Kooperation mit Dr. Guido Schäfer vom Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), verfasst wurde ich online zu finden:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/prophylaxe-mit-antibiotika/

Einen Auszug des Artikels finden Sie im nachfolgenden auf dieser Seite. Wir freuen uns, wenn Sie das Thema interessiert.

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Eignet sich Doxycyclin auch zur Prophylaxe dieser Erkrankungen? Dafür spricht, dass der Arzneistoff ein breites Wirkspektrum mit Abdeckung intrazellulärer und atypischer Erreger und eine hohe orale Bioverfügbarkeit hat. Die typischen unerwünschten Arzneimittelwirkungen wie gastrointestinale Störungen und Phototoxizität sind in der Praxis nur selten der Grund für mangelnde Adhärenz und vor allem bei einer einmaligen Gabe nicht von großer klinischer Bedeutung. Die tägliche Einnahme von Doxycyclin über mehrere Wochen wird in der Malaria-Prophylaxe (in Deutschland off Label) mit gutem Erfolg eingesetzt und von Leitlinien empfohlen. Auch in anderen Indikationen wie Akne und Rosacea wird Doxycyclinerfolgreich über lange Zeiträume zur täglichen Anwendung verschrieben. Dem Nutzen einer Prophylaxe steht neben den potenziellen Nebenwirkungen die Gefahr einer Resistenzentwicklung gegenüber, vor allem bei längerfristigem Einsatz. Hier sind viele Fragen noch offen.

In zwei randomisierten Studien wurden im Wesentlichen zwei Dosierungsschemata untersucht: die kontinuierliche Einnahme von 100 mg pro Tag (PrEP analog zur Malaria-Prophylaxe) versus einer Einnahme bei Bedarf mit einmalig 200 mg innerhalb von 24 bis maximal 72 Stunden nach kondomlosem beziehungsweise risikoreichem Sex maximal dreimal pro Woche (Postexpositionsprophylaxe, PEP). Ob es sich hierbei um die effektivsten Einnahmeschemata handelt, kann noch nicht beantwortet werden. Die Therapieregime wurden in den bisherigen Studien aufgrund von Erfahrungswerten und den aktuellen Leitlinien zur Therapie der entsprechenden STD festgelegt.

Die Effektivitätsraten zur Verhinderung einer Chlamydien-Infektion und einer Syphilis lagen bei circa 70 Prozent (»Sexually Transmitted Diseases« 2015, DOI: 10.1097/OLQ.0000000000000216, »The Lancet Infectious Diseases« 2018, DOI: 10.1016/S1473-3099(17)30725-9). Schwere oder unerwartete Nebenwirkungen sowie Resistenzen traten nicht auf. Rechnerisch könnte mit dieser Prophylaxe die Zahl der Neuansteckungen mit Syphilis deutlich reduziert werden, glauben die Autoren. Aktuell laufen mindestens fünf weitere Studien, die beide Schemata weiter untersuchen. Ein Fokus dieser Studien, bei denen in der Regel MSM oder Transgender-Personen, die Sex mit Männern haben, eingeschlossen werden, liegt auch auf der Bestimmung möglicher Resistenzentwicklungen (»Clinical Infectious Diseases« 2019, DOI: 10.1093/cid/ciz866).

Tetracyclin-Resistenzen bei Gonokokken liegen in Europa bei circa 50 Prozent vor; in bestimmten Kohorten ist die Rate sogar noch deutlich höher. Der Einsatz von Doxycyclin bei Gonorrhö wäre daher weder zur Prophylaxe noch zur Therapie rational, weil in vielen Fällen keine Wirkung zu erwarten wäre und eine weitere Zunahme von Resistenzen in Kauf genommen würde.

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Der gesamte Text ist auf der Website der Pharmazeutischen Zeitung unter dem Titel: Geschlechtskrankheiten – Prophylaxe mit Antibiotika? Zu finden.



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